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: Kultur :: „Halle braucht so ein Fest“ :
Das weltweite Straßenfest Fête de la Musique erfreut sich aun in Halle immer größerer Beliebtheit. Zum Sommeranfang am 21. Juni ist es wieder soweit. Wer steckt hinter diesem Fest? Wie wird es organisiert? Was ist die Idee und welche Ziele gibt es für die Zukunft?

Text: Mathias Schulze, Bild: Marcus-Andreas Mohr

Wir haben bei der 32-jährigen Marie Schlobach und bei Stefan Kegel, Jahrgang 1980, vom Verein Erlebnisfabrik nachgefragt. 

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Können Sie sich kurz vorstellen?

Schlobach: Ich organisierte die Fête de la Musique in Halle seit 2016.

Kegel: Ich kam 2017 zum Organisationsteam hinzu, der Verein Erlebnisfabrik ist seit 2018 der Trägerverein der Fête.

Sie organisieren die Fête ehrenamtlich. Welche Arbeiten fallen da an?

Schlobach: Als Organisationsteam erledigen wir viele übergeordnete Aufgaben, die für das Publikum nicht sichtbar sind. Es fängt mit der Konzeptionierung und dem Kostenplan an. Das Fundraising beginnt bereits im Vorjahr. Gleichzeitig fangen wir an, Veranstaltende zu akquirieren und erste Absprachen zu treffen. Die Kooperation mit dem Sachsen-Anhalt- Netzwerk ist dann auch schon im Gange. Wir planen mit elf Städten in Sachsen-Anhalt gemeinsame Förderanträge, eine Pressekonferenz und den Bandaufruf. Wir melden die Veranstaltung bei der Stadt und der GEMA an, planen die Infrastruktur und organisieren die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem achten wir auf ein vielseitiges und ausgeglichenes Musikprogramm.

Kegel: Wir sind im regen Austausch mit dem Kulturbereich der Stadt Halle, was wir sehr schätzen, aber auch intensivieren wollen. Nicht nur unsere Arbeit ist überwiegend ehrenamtlich. Je nach Höhe der Förderung können wir die Veranstaltenden zwar finanziell unterstützen, aber auch die machen alles ehrenamtlich. Das Meiste der Förderung geht an die Bühnen, bei über zehn Bühnen bleibt da pro Veranstalter jedoch nicht viel übrig. Außerdem zahlen wir die Öffentlichkeitsarbeit, Anmeldegebühren und Versicherungen, Infrastruktur und vieles mehr.

Wie genau verläuft die Zusammenarbeit mit den Veranstaltern?

Schlobach: Die Zusammenarbeit mit den Veranstaltern ist intensiv. Einige sind schon seit Jahren dabei, aber es kommen jedes Jahr neue hinzu. Wir entscheiden gemeinsam über die Orte der Bühnen, die Musikgenre und die Bandauswahl.

Kegel: Wir organisieren mehrere Treffen mit allen Veranstaltern, um Absprachen zu treffen und die allgemeinen Bedingungen zu klären. Dazu gehören nicht nur Veranstaltungszeiten und Lautstärkepegel, sondern vor allem Kooperationen und Vernetzung. Uns ist ein wertschätzender und respektvoller Umgang wichtig, und wir sprechen uns klar gegen Extremismus jeder Fasson aus.

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„Ziel ist es, die ganze Stadt zu bespielen, sowohl die Innenstadt als auch die Randgebiete.“

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Durch Ihre Erfahrungen können Sie sicherlich ein Lied von der deutschen Bürokratie singen.

Schlobach: Die Veranstaltungsanmeldung bei der Stadt ist umfangreich, aber wir arbeiten gut mit allen Ämtern zusammen. Die Absprachen werden von Jahr zu Jahr besser. Leider konnten wir noch nicht erreichen, dass in der ganzen Stadt ohne Anmeldung Straßenmusik gespielt werden darf. Das ist ja der eigentliche Gedanke der Fête, aber wir sind auf einem guten Weg, und im Park haben wir viele Möglichkeiten.

Woher nehmen Sie die Motivation für diese Arbeit?

Kegel: Ohne Herzblut und Aufopferung geht es nicht. Wir sind der Meinung, dass Halle so ein Fest braucht. Es ist ein außergewöhnlicher Tag: Alle Menschen können einfach auf die Straße oder ins Grüne gehen und Musik erleben. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Schlobach: Es macht uns glücklich, diesen Tag zu ermöglichen und auch selbst zu erleben. Es ist schön, wenn sich Menschen einfach treiben lassen können. Dieser Tag birgt eine besondere Atmosphäre, durch die Musik entsteht etwas Verbindendes.

Kegel: Es liegt uns am Herzen, der freien Kulturszene eine Plattform zu bieten, auf der sie sich präsentieren kann. Nicht nur mit Musik, sondern auch mit Kunst, Kultur oder einfach einem Stand im Park.

Wie konkret ist in Halle die Gefahr, dass eine „Ballermannisierung" den Grundgedanken vergessen macht?

Schlobach: Ich kann mir gut vorstellen, dass dies tatsächlich ein Problem sein könnte. Es fängt mit der Kommerzialisierung von Veranstaltungen an, was ein normaler Prozess ist, wenn Veranstaltungen größer und damit teurer werden. Dann ist man auf finanzielle Zuwendungen wie Sponsoring oder gastronomische Einnahmen angewiesen und damit verändert sich das Konzept.

Aber in Halle haben wir das Problem nicht. Wir achten auf Vielseitigkeit, binden kleine und regionale Gastronomen ein und geben allen die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Außerdem ist die freie Kulturszene in Halle sehr stark und bunt.

Die Gäste der letztjährigen Fête wird man kaum genau zählen können. Gibt es aber Schätzungen?

Schlobach: Letztes Jahr hatten wir etwas Pech mit dem Wetter. Daher gehen wir von etwa 5.000 Gästen aus. Generell steigt jährlich sowohl die Popularität der Fête als auch der Publikumszuspruch. Die Hallenser und vor allem die Anwohner nehmen die Fête sehr gut an.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Kegel: Wir wollen die Stadt Halle für unser Konzept begeistern und die Kooperation stärken. Ziel ist es, die ganze Stadt zu bespielen, also sowohl die Innenstadt als auch die Randgebiete. Das Interesse ist von allen Seiten da. Nächstes Jahr sind wir beispielsweise auch in der Ulrichskirche. Wir wünschen uns eine Bühne, am besten auf dem Markt, die so gut ausgestattet ist, dass dort alle spontan auftreten können.


Fête de la Musique – Halle, 21. Juni, ab 14 Uhr auf der Peißnitz und in der ganzen Stadt, alle Konzerte und Termine: www.fete-halle.de


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